Gesundheitselixier Beziehung

Wenn es um Gesundheit in Kitas und Schulen – in Beziehungsberufen – geht, beschäftigen wir uns noch wenig mit dem übergeordneten Schlüsselfaktor, der über die gesamte Lebensspanne hinweg, über Gesundheit und Krankheit entscheidet:

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Die Wirksamkeit von Beziehungen.

Die Art und Weise, wie zwischenmenschliche Kontakte gelebt und erlebt werden / werden können.

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In pädagogischen Kontexten ist die Frage danach hilfreich, was Beziehungen brauchen, um zu gelingen. Welche Qualitäten bräuchte es, damit sich Menschen in Systemen wirklich begegnen können.

Denn die Beziehung als Schlüsselfaktor für Gesundheit ist nicht zu verachten:

EPIDEMIOLOGISCHE STUDIEN LASSEN DAVON AUSGEHEN, dass die Einbettung in familiäre, soziokulturelle und spirituell-religiöse Kontexte die durchschnittliche Lebenserwartung um bis zu 20 Jahre ansteigen lässt.

aus www.psychoneuroimmunologiekongress.at / 3. PNI Kongress – Psychoneuroimmunolgie im Lauf des Lebens

Die Studien belegen, hier muss ein gewichtiger Faktor am Werk sein, wenn es um Antworten auf die Frage geht, wovon gesundes Leben abhängt. In den vielen unterschiedlichen Untersuchungen zeigt sich immer deutlicher, dass Beziehungen wirken. Dass menschliche Interaktionen nicht nur psychische, sondern auch physiologische Wirksamkeit zeigen.

Ich habe lange Jahre im Bereich der Beratung von sexualisierter Gewalt gearbeitet. Und wir wissen mittlerweile alle, dass Gewalt krank macht. Jetzt ist es an der Zeit, ganz genau zu schauen, was im Miteinander gesund macht.

Welche Qualitäten müssen Beziehungsangebote, auch im beruflichen Kontext haben, um unsere Herzen, unser Nerven- und auch unser Immunsystem zu stärken? Eigentlich kennen wir alle die Antwort. Es sind nicht noch mehr Methoden, noch mehr Tools, noch mehr Struktur. Ganz im Ggenteil. Es sind unsere menschlichen Qualitäten, unsere Herzensqualitäten.

Und lassen Sie uns den Blick weiten und schauen, wovon beide Seiten, in pädagogischen und psychosozialen oder medizinischen Kontexten, provitieren.

Schauen wir uns an, was an Beziehung wirkt. Schauen wir, was an Beziehung heilsam und motivierend ist. Es sind die Momente der Interaktion, in denen wir uns gegenseitig sehen können, uns wirklich hören und spüren können. Es sind die Momente, in denen wir uns – beide Seiten – sicher fühlen. Es sind die sog. “gelingenden Beziehungsmomente”. Die Momente, in denen wir präsent und offen für unser menschliches Gegenüber sind. Die Momente, in denen sich die Angst voreinander legen darf.

Das geht nicht mal eben, nicht zwischendurch. Hier braucht es Zeit, Achtsamkeit und das Wissen um die Grundbedingungen für “sichere” menschliche Begegnungen.

Gelingende Beziehungsmomente oder “sichere” Beziehungsmomente nähren uns, beflügeln und stärken uns. Und das gilt für beide Seiten. Für Hilfesuchende, Schüler/Innen, Kitakinder und für Helfer, Berater oder Pädagogen.

Helfer, Pfleger, Ärzte und Pädagogen sind in der Regel Menschen, die sich diesen Beruf ausgewählt haben, um anderen Menschen wirklich zu helfen, um zu verändern und auch, um etwas zu geben. Das, was Sie neben einer guten Resilienz dringend brauchen sind Arbeitsstrukturen, die ihnen Zeit lassen für menschliche Beziehungen.

Zeit, um das Miteinander wahrzunehmen und angemessen zu gestalten. Zeit für Gespräche von Mensch zu Mensch. Zeit, für Feinfühligkeit.

Und vor allem Zeit, um die gegenseitige Dankbarkeit der gelingenden Beziehungsmomente zu kosten. Das ist es doch, was helfende und pädagogische Arbeit auch ausmacht. Das ist das Gesundheitselixier Beziehung für helfende und pädagogische Berufsgruppen.

Was, wenn wir nicht kostenorientiert, sondern beziehungsorientiert denken, fühlen und planen würden? Vermutlich würden die Kosten in dem einen Teil des Gesundheitswesens steigen und seien Sie sich gewiss, es gebe im Bereich der Erschöpfung, der Depressionen, der Herz-Kreislauf Erkrankungen deutliche Einsparungen.

All das ist der Hintergund von ” beziehungs-weise-gesund”.

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