Aufblühen – Ich zeige mich

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Blüh auf. Für dich und für das Leben.

Aufblühen, so ein schönes Bild für einen menschlichen Entwicklungsprozess.

Wenn wir aufblühen, dann wissen wir um uns. Es hat ein Prozess des Kennenlernens und des sich selber Akzeptierens stattgefunden. Wir wissen, um unsere Stärken und auch um unsere Verletzlichkeiten. Wir haben Boden. Wir zeigen uns, voller Vertrauen, mit allem, was uns ausmacht.

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Aufblühen heißt für mich auch: Ich zeige mich!

Ich schenke mich in meiner Einzigartigkeit dem Leben!

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Was für ein schönes Geschenk. Und wie befreiend. Aufblühen meint auch, ich höre auf nur zu funktionieren. Achtsam nehme ich wahr, was ich tue und vor allem, wie ich es tue.

Warum frage ich mich, gelingt es uns Menschen, so selten in unseren Bildungssystem aufzublühen.

Und noch schlimmer. Manchmal nimmt die Entwicklung genau die entgegengesetzte Richtung an. Wir kommen strahlend dort an und lernen uns zu verschließen. Wir verdorren. Wir zeigen uns nicht mehr und verstecken uns hinter den vorgegebenen Rollen.

Es scheint, wir haben gemeinsam Systeme auf der Grundlage unseres “inneren Richters” entwickelt. Und es ist an der Zeit diese strengen, bewertenden Strukturen in uns selbst und auch im System zu erkennen.

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Was braucht es denn, dass wir Menschen uns trauen aufzublühen?

Es braucht Vertrauen.

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Als erstes Vertrauen. Vertrauen in mich. Und Vertrauen in mein Team. Vertrauen darin, dass ich Stärken und auch Verletzlichkeiten haben darf. Vertrauen, dass man mich wertschätzt. Vertrauen, dass ich nicht beschämt werde.

Teamsitzungen, in denen Bewertungen oder Beschämungen an der Tagesordnung sind, sorgen dafür dass wir Menschen uns körperlich zusammenziehen, dass wir es vermeiden ganz da zu sein. Das bedeutet auch einen deutlichen Verlust an Energie, die dem System fehlt.

Was für ein Verlust für alle Beteiligten.

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In einer Atmosphäre von Vergleich und Urteil,

wie wir es in unseren Bildungssystemen bislang praktizieren,

behindern wir Lebendigkeit, Offenheit als auch Lern-/und Entwicklungsprozesse.

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Was braucht es nun, um das Aufblühen von Menschen zu unterstützen?

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Können Sie sich an das Strahlen Ihrer Kollegin erinnern,

als Sie sie das letzte Mal gelobt haben?

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Anerkennung beschenkt immer beide Seiten, den Gebenden und den Nehmenden. Und das bringt Energie ins System.

Beginnen wir doch damit, dass wir die positiven Emotionen, also die Wärme erhöhen. Als erstes schenken wir uns Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Anerkennung. Das ist es, was wir zum Aufblühen brauchen.

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Aufblühen stärkt das Miteinander und unsere Gesundheit.

Es braucht allerdings einen sicheren Rahmen.

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Wir brauchen den Austausch über Gefühle im Team. Erlauben wir uns über Angst, Fehler und Schwächen zu sprechen. Wir sind Menschen, keine Maschinen. Voller Potenzial und gleichzeitig auch begrenzt.

Hier wirkt der sichere Rahmen. Wir erlauben uns über Gefühle zu sprechen, weil wir wissen, wir werden nicht belächelt und nicht bewertet. Im Gegenteil, wir erhalten Zuspruch, Aufmunterung und Unterstützungsangebote.

Nichts desto trotz, es lohnt sich zu beginnen. Wenn wir Menschen aufblühen, haben wir eine unglaubliche Strahlkraft. Wir wollen uns zeigen. Wir wollen uns entfalten. Wir wollen uns dem Leben geben.

Und wir bringen Energie und Wärme ins System. In unseres und in das des Miteinanders.

mindful morning walking

Heute Morgen bin ich seit längerem mal wieder zum Walking aufgebrochen. Und es hat sich gelohnt. Beim Walken habe ich mein “mindful morning walking” ausprobiert.

Die, die mich kennen wissen, ich arbeite gerne mit der Kraft des Nervensystems. Und mein mindful morning walking hat was für mein Nervensystem getan. Es hat mich beruhigt, es hat mich für eine ganze Zeit lang ruhig und friedlich gemacht, es hat mich beseelt.

Ich bin in einem mir angenehmen Tempo durch den Wald gewalkt. Häufig treibe ich mich an, weil ich denke, es müsse doch schneller sein. Heute lag mein Fokus ganz auf dem Genuss.

Achtsam, in meinem Tempo konnte ich die Geschenke wahrnehmen, die auf dem Weg lagen. Fast ein bisschen staunend ging ich durch den Wald.

Ja, welche Geschenke habe ich angetroffen? Große, wunderbare alte standhafte Bäume, die gute kühle Waldluft. Weiche Böden, manche matschig, manche fest, immer aber irgendwie weich. Wunderschöne Farbspiele in allen Varianten. Das Morgenlicht, das an unterschiedlichen Stellen durch die Bäume fiel und lichtvolle Plätze gestaltete.

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Ganz bescheiden kommt der Wald daher

und hat soviel für uns zu bieten.

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Manchmal habe ich innegehalten, geschaut und den Duft, der in der Luft lag wahrgenommen. Zum Schluss ein freundliches Gespräch mit zwei älteren Frauen und ihren Hunden.

Sicher werden Sie denken, wo war das Besondere?  So ein bisschen im Wald rumlaufen.

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Das Besondere entstand durch die Fokuslenkung.

Welche Geschenke finde ich auf diesem Weg?

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Meine Gedanken konnten zur Ruhe kommen. Sie waren beschäftigt mit diesen unglaublich vielen Geschenken, die da auf meinem Weg lagen. Und genau das war es auch, was meinem Körper erlaubte, seine Spannung, seinen alltäglichen Stress für eine Weile loszulassen.

Dieses bewusste Loslassen von Stress, dieses Wahrnehmen und Genießen der einsetzenden Entspannung, das ist es, was uns in den grünen Bereich der Stressskala führt. Üben wir dieses Wahrnehmen häufiger, erinnert sich der Körper und lässt sich leichter in die Entspannung zurückführen, auch mitten im Alltag.

Probieren Sie es aus.

Das Immunsystem stärken

Wie können wir unser Immunsystem stärken? Gerade jetzt, in diesen besonderen Zeiten.

Da gibt es ganz aktuell eine Vielzahl an Vorschlägen.

Über die Ernährung, über ausreichend Bewegung, über die frische Luft, und, und, und. Wir haben ganz viele Möglichkeiten.

Unser Immunsystem liebt es, wenn wir wieder aus der Hilflosigkeit herauskommen und selbstwirksam werden.

Ich tue etwas für mich, dass mich entstresst oder entängstigt. Etwas, dass mich in die Entspannung bringt. Ich tue mir Gutes.

Unser Immunsystem liebt unsere Selbstfürsorge und Selbstwirksamkeit.

 

Kostbarkeiten sammeln

Bevor ich angefangen habe zu schreiben, habe ich einen Blick auf das Wort kostbar geworfen. Es wird gleichgesetzt mit Worten, wie edel, rar, selten, unbezahlbar oder unschätzbar.

Kostbar ist zudem ein weniger gebräuchliches Wort, wenn es um menschliches Erleben geht. Wir benutzen es eher in Bezug auf Schmuckstücke , Autos oder Wertgegenstände.

Und doch habe ich in den letzten Tagen, unter Corona, mein Empfinden für Kostbarkeiten verfeinern können. Ich habe ein Zimmer mit Blick in den Garten. Hier findet mein Home Office statt. Und häufig habe ich, in den letzten Tagen, das Gefühl unschätzbar reich zu sein. Ich kann arbeiten und in einen wunderbaren Kirschbaum schauen. Ich kann den Vögeln bei ihrer Geselligkeit zuschauen. Ich sehe, wie die Sonne am Nachmittag durch die Blätter bricht.

Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten? Ja und doch, bin ich zutiefst beeindruckt, wie die “Corona-Verlangsamung” in mir wirkt. Sicher, ich entbehre Vieles. Die Unbekümmertheit, die Unbedarftheit im Umgang mit andern Menschen.

Und doch komme ich wieder in Kontakt mit Qualitäten, wie Kostbarkeiten. Ich bin zurückgerufen worden in den Moment zu kommen. Und dann entstehen sie, die Kostbarkeiten. Sie tauchen, sie blitzen auf.

Wie kostbar, schreiben zu können, ein warmes Wasser am Morgen, der erste wohlduftende Kaffee, der erste Blick in den Garten.

Wie kostbar, mein Atem ist, wenn ich bedenke, was Corona anrichten kann.

Alles nicht selbstverständlich, sondern Geschenke des Lebens. Kostbarkeiten eben.

Ein Blick aus dem Nachbargarten. Ja, wir sind gesund. Der Besuch bei den alten Eltern. Nach langer Zeit, ganz vorsichtig. Auf einmal eine Kostbarkeit, ein Schatz. Etwas, was man noch mehr zu schätzen lernt.

Vieles im Leben ist nicht selbstverständlich. Das wird mir mehr als deutlich in dieser Zeit.

Meine Coping Strategie unter Corona ist es, auf die Suche zu gehen, nach den Geschenken, nach den Kostbarkeiten des Miteinanders, nach den Kostbarkeiten des Lebens.

Mir hilft es, ruhig zu bleiben, in meiner Kraft zu bleiben. Ich tanke immer mal wieder auf, an diesen Kostbarkeiten.

Was sind die Kostbarkeiten in Ihrem Leben?

Medizin mit Langzeitwirkung – frühe Bindung

Frühe Stressbelastungen prägen unsere Persönlichkeit und Krankheitsanfälligkeit. Der Mensch verfügt über ein Notfallprogramm, das bei Bedrohung wichtiger Lebensvoraussetzungen den gesamten Körper in einen Alarmzustand versetzt. Geschieht dies im frühen Alter zu oft, so hat dies negative Auswirkungen auf unsere Entwicklung und Gesundheit. Entscheidender Regulator dieses Stresssystems ist die ausreichende Erfahrung sicherer Bindung.

Dr. med. Rainer Böhm, Kita NRW 2015

Meine Wohlfühlbox

In der Regel wissen wir alle, was uns gut tut. Nur mitten im Stress nicht. Das, was uns gut tut, hilft uns schnell aus dem Stresszustand hinaus.

Was ist naheliegender als eine kleine Erinnerungshilfe für Ihren Arbeitsplatz.

Legen Sie sich eine Wohlfühlbox an. Suchen Sie sich Dinge aus, von denen Sie wissen, das Sie Ihnen gut tun.

In meiner Box befindet sich z. B. ein frischer Duft, ein Foto vom Wald, ein witziger Spruch, ein aufbauendes Zitat und eine Erinnerung an mein regelmäßiges Innehalten.

Ihrem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt.

Mein Vorschlag: Nehmen Sie sich Zeit für Ihre ganz eigene Gestaltung.

Und dann fehlt nur noch ein guter Platz für Ihre Wohlfühlbox. An Ihrem Arbeitsplatz.

Auf geht´s. Viel Freude dabei.